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Rückkehrerportraits

Familie Trampler

Auf Anruf – Unternehmensnachfolge

Schwarzheider Taxiunternehmen plant die familiäre Ablösung / Junge Familie kehrt in die Heimat zum Arbeiten und Leben zurück

Schwarzheide/Senftenberg. Dass die Lausitz immer mehr an Lebensqualität gewinnt, ist für viele berufliche Auswanderer bei den jährlichen, heimischen Familientreffen zu sehen. Lebensqualität war es auch, die eine junge Familie nach Schwarzheide zurückkehren lies. Franziska (35) und Christoph (39) Trampler haben einen Plan. Sie übernehmen in den nächsten Jahren das Taxiunternehmen ihrer Eltern beziehungsweise Schwiegereltern in Schwarzheide. „Wir hatten schon oft darüber geredet, ob und wann unsere Tochter und der Schwiegersohn uns als Unternehmer nachfolgen“, erzählt Horst Gerner, Inhaber des Taxiunternehmens in Schwarzheide. „Bei der Wirtschaftsförderung in Schwarzheide, bei Ute Kolanowski, haben wir uns auch nach Möglichkeiten für eine Unternehmensnachfolge erkundigt“, fügt Petra Gerner, Mutter von Franziska und Mitinhaberin des Unternehmens, hinzu.

Franziska Trampler lernte den Beruf der Krankenschwester in Frankfurt am Main. Nach der Ausbildung arbeitete sie als verantwortliche Schwester in der Notfallmedizin und qualifizierte sich zur Sozialassistentin im thüringischen Heiligenstadt. Schwiegersohn Christoph Trampler, aus Magdeburg stammend, ergriff den Beruf eines Kochs und erklomm über mehrere Stationen die Erfolgsleiter, bis hin zum Hoteldirektor. In dieser Position war er für ein namhaftes israelisches Unternehmen tätig. „Es gab sogar Angebote in Israel zu arbeiten und zu leben“, berichtet Christoph Trampler. Doch die Sicherheitsaspekte in Israel und die Sorge um seine junge Familie, lies die Karriere in den Hintergrund treten. Stattdessen rückte die Heimat immer mehr in den Vordergrund. Ein Stück Heimatverbundenheit zeigte sich schon, als das junge Ehepaar nach Berlin ging. „Aber auch Berlin ist eine Großstadt, in der Kinder nicht unbedingt frei von Einschränkungen aufwachsen können“, gibt Franziska Trampler zu bedenken. Da gleichzeitig im elterlichen Unternehmen die Unternehmensnachfolge zur Diskussion stand, begann für das junge Ehepaar eine ernsthafte Planung einer Rückkehr in die Heimat. Mit Unterstützung des Netzwerks „Zukunft Lausitz“ wurde dann ein Plan für die schrittweise Übernahme des Unternehmens durch das junge Ehepaar, für die kommenden Jahre, erarbeitet. „Wenn wir jetzt unsere beiden Kinder sehen, wie ungezwungen sie sich in Schwarzheide bewegen können, ist unser Entschluss mehr als bestätigt worden“, freuen sich die jungen Eltern. „Ein Blick in die Heimat lohnt sich immer, hier tut sich was“, so die einhellige Meinung der jungen Unternehmer.

Die Rückkehrertage 2017 finden am Mittwoch dem 27.12. (10 bis 14 Uhr) im Kulturhaus der BASF Schwarzheide und am 28.12. (10 bis 15 Uhr) im Atrium, in der beliebten Marktpassage von Finsterwalde statt. Interessierte Unternehmen können sich, je nach bevorzugtem Standort, für Schwarzheide oder Finsterwalde anmelden. Bezüglich Fragen rund um die Präsentationsmöglichkeiten bei den diesjährigen Rückkehrertagen steht ihnen Heike Kuhl von der Agentur für Arbeit Senftenberg telefonisch unter 03573 808 141 oder per E-Mail unter zur Verfügung.

08/12/2017 Martin Hanschick Porträt, Projekte

Rainer Stuckatz

Raimund Stuckatz führt Familientradition in Dollenchen fort und nutzt Rückkehrertage zur Personalakquise.

Raimund Stuckatz ist ein Rückkehrer. In Dollenchen führt der Koch ein Familienunternehmen. „Dass ich in der Gastronomie bleibe, war für mich klar, aber ich wollte andere Sichtweisen bekommen“, so der 31-Jährige über seinen Weggang aus dem Heimatort. Sofort nach der Schule ging es ab in das Sauerland, in die Touristenhochburg Willingen. Dort erlernte er den Beruf des Kochs. In der touristisch geprägten Stadt lernte er die Feinheiten des Gastronomiegewerbes von der Pike auf kennen. „Willingen hat gerade mal 2000 Einwohner, aber 10 000 Gästebetten“, lacht Raimund Stuckatz. „Da lernt man das Gastronomiegewerbe in allen seinen Facetten kennen.“

Dann las er das Buch „Rote Gourmet Fraktion – Kochen für Rockstars“ und bewarb sich bei einem der Autoren, beim Koch Ole Plogstedt und begleitete von da an zahlreiche prominente Künstler auf ihren Touren. „Meine ersten Stars, für die ich kochte, waren die Kastelruther Spatzen“, erinnert sich Stuckatz. In die Heimat zog ihn die über 100-jährige Gastronomietradition seiner Familie. Das Gasthaus Stuckatz gehört zu den bekanntesten der Region. „Diese einmalige Tradition darf nicht abreißen“, stellt der gelernte Koch klar. Mit den Impulsen seiner Erfahrung im Veranstaltungscatering stellt Raimund Stuckatz eine gelungene Symbiose aus traditioneller und moderner Gastronomie her. Auch Umweltbewusstsein brachte der junge Gastronom mit in das kleine Dorf im Landkreis Elbe-Elster. Er ließ eine E-Tanksäule an dem Gasthaus installieren und ist mit seiner neuen Idee auch in vielen Verzeichnissen umweltbewusster E-Mobilisten zu finden. Er, der er selbst ein Rückkehrer ist, hat bei den Rückkehrertagen 2016 mit Marcus Töpfer (26) einen Koch aus seinem Heimatort gefunden und eingestellt. Unterstützung erfuhr Raimund Stuckatz im Neo-Entrepreneur-Netzwerk Brandenburg.

Die Rückkehrertage 2017 finden am Mittwoch dem 27.12. (10 bis 14 Uhr) im Kulturhaus der BASF Schwarzheide und am 28.12. (10 bis 15 Uhr) im Atrium, in der beliebten Marktpassage von Finsterwalde statt. Interessierte Unternehmen können sich, je nach bevorzugtem Standort, für Schwarzheide oder Finsterwalde anmelden. Bezüglich Fragen rund um die Präsentationsmöglichkeiten bei den diesjährigen Rückkehrertagen steht ihnen Heike Kuhl von der Agentur für Arbeit Senftenberg telefonisch unter 03573 808 141 oder per E-Mail unter zur Verfügung.

05/12/2017 Martin Hanschick Porträt, Projekte

Sebastian Christoph

Berlin – Chicago und dann doch wieder Finsterwalde
Weltenbummler Sebastian Christoph lies sich von den Menschen der Region zur Rückkehr inspirieren

Finsterwalde/Senftenberg. „Mich hat der Wunsch Geografie zu studieren aus meiner Heimatstadt Doberlug-Kirchhain weggehen lassen“, begründet Sebastian Christoph (32) seinen Weggang aus der Heimat. Als Auswahl standen die Universitäten in Dresden und Berlin zur Debatte. Die Hauptstadt wurde es dann schließlich. Nach dem Masterabschluss in Geografie arbeitete er als Wirtschaftsgeograf an der Berliner Universität. „Aufgrund meines Jobs musste ich viel reisen und lernte dadurch viele Menschen und deren Charaktere kennen“, beschreibt er seine zehnjährige Tätigkeit an der Universität. Wer viel reist, erhält auch viele Eindrücke: „Um alles Erlebte festzuhalten, beschäftigte ich mich immer intensiver mit der Fotografie und kaufte mir die erste Kamera“, erinnert er sich an den Start seiner neuen Karriere. Dass er neben den Reiseeindrücken auch immer mehr den Menschen in seiner Fotografie in den Vordergrund stellte, bescherte ihm die Bekanntschaft mit Steffi Hädicke (31): „Ich suchte eine Stylistin für ein Fotoshooting, und Steffi hat sich via Facebook bei mir gemeldet.“ Da beide einen Draht zueinander hatten, bahnte sich eine längere Zusammenarbeit, zunächst in Berlin, an. Zwischenzeitlich lockte aber wieder einmal die Ferne und Sebastian Christoph zog es für sechs Monate nach Chicago. „Ich war dort als Gastwissenschaftler tätig, merkte aber, dass die Heimat immer mehr lockte“, beschreibt er die Zeit. In der Tat waren die Wochenenden schon in Berlin immer mehr von Reisen ins heimische Elbe-Elster-Land gekennzeichnet. „Bei meinen Besuchen in der Heimat Doberlug-Kirchhain und Finsterwalde stellte ich fest, dass immer mehr junge Leute zu sehen waren und eine merkliche Agilität in der Region zu spüren war“, zeigt er sich begeistert. Durch diese positive Grundstimmung der Menschen, fasste Sebastian Christoph den Entschluss wieder in die Heimat zu gehen und seiner Leidenschaft, der Fotografie, auch hauptberuflich nachzukommen. „Ich erzählte Steffi von meiner Idee ein Unternehmen in Finsterwalde zu gründen, das sich mit Fotografie beschäftigt“, beschreibt der Rückkehrer die Gründung. Lange Überzeugungsarbeit brauchte er nicht zu leisten. Heraus kam das Unternehmen „mir & mich“ in Finsterwalde. Mit professionellen Fotos, inklusive Make-up, wollen die beiden Jungunternehmer für Firmen und im privaten Bereich, zum Beispiel Hochzeiten, die Menschen in ihrer Heimat in Szene setzen. Zu den Rückkehrertagen am 27. und 28. Dezember wird der Jungunternehmer ebenfalls im Atrium in Finsterwalde zugegen sein: „Ich freue mich auf viele Besucher und bestimmt kann ich ein paar überzeugende Tipps für rückkehrwillige Auswanderer geben“, ist sich Sebastian Christoph sicher.

Die Rückkehrertage 2017 finden am Mittwoch dem 27.12. (10 bis 14 Uhr) im Kulturhaus der BASF Schwarzheide und am 28.12. (10 bis 15 Uhr) im Atrium, in der beliebten Marktpassage von Finsterwalde statt. Interessierte Unternehmen können sich, je nach bevorzugtem Standort, für Schwarzheide oder Finsterwalde anmelden. Bezüglich Fragen rund um die Präsentationsmöglichkeiten bei den diesjährigen Rückkehrertagen steht ihnen Heike Kuhl von der Agentur für Arbeit Senftenberg telefonisch unter 03573 808 141 oder per E-Mail unter zur Verfügung.

18/12/2017 Martin Hanschick Porträt, Projekte

 
 

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